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Tabak-Kurznachrichten September 2002 

Preiserhöhung als Präventionsfaktor
Die Zigarettenpreise in der Schweiz sollen kontinuierlich auf EU-Niveau angehoben werden. Präventionsfachleute freuts, die Raucher und die Tabaklobby weniger. Ob höhere Preise ein sinnvoller Beitrag zur Prävention sind, darüber wird gestritten. Für die Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme sowie für weitere Gesundheitsorganisationen ist die Präventionswirkung über das Portemonnaie ein wirksamer Faktor in Kombination mit weiteren Massnahmen. Bei einer Preiserhöhung um 10%, geht die Nachfrage längerfristig um 4,6 bis 4,8 Prozent zurück. Der Grossrat im Kanton Bern hat zwei Vorstösse zum Thema eingereicht; aufgetrennt auf Tabak und Alkohol. Der Regierungsrat wird beauftragt, Massnahmen zu treffen, damit Tabakwerbung im Kanton Bern auf öffentlichem und von dort aus einsehbarem privatem Grund sowie in und an öffentlichen Gebäuden nicht mehr gestattet ist. (Berner Rundschau, 26.9., Blick, Zürich Express, 1.10.)

Rauchfreie Bahnhöfe in Zürich
Was in den Vereinigten Staaten von Amerika bereits Realität ist, soll nun auch in Zürich verwirklicht werden. Der Zürcher Regierungsrat wird mit einem Postulat aufgefordert, sich bei den SBB dafür einzusetzen, dass sämtliche unterirdischen und geschlossenen Bereiche in den Bahnhöfen vom Zigarettenrauch befreit werden. Der Vorstoss wird begründet mit der bedenklichen Luftqualität, die in grösseren Bahnhöfen des ZVV herrsche und dem Passivrauch, dem die Nichtraucher ausgesetzt seien. Mit einem Verbot könnte auch das Abfallproblem der herumliegenden Zigarettenstummeln gelöst werden. (Nachrichten für das Limmattal, 19.9.Züri Nachrichten, 26.9.02)

Erhöhung der Tabaksteuer und Gründung eines Präventionsfonds
Die Kompetenz des Bundesrates zur Erhöhung der Tabaksteuer wurde erneuert. Der Nationalrat ist auf eine entsprechende Vorlage eingetreten. Der Bundesrat soll die Tabaksteuer schrittweise um 80 Prozent bis zu einem Paketpreis von 6.40 Franken anheben können. Eine Erhöhung in einem Schritt auf 5.60 Franken lehnte der Nationalrat ab. Mit der Steuererhöhung auf europäisches Niveau, würden 500 Millionen zusätzlich in die AHV fliessen. Der Präsident der Vereinigung der Schweizer Zigarettenmultis zeigte sich über die Preisentwicklung wenig erfreut.
Auch stellte sich der Nationalrat hinter die Idee eines Tabakpräventionsfonds. Die Hersteller und Importeure von Zigaretten sollen somit verpflichtet werden, eine Abgabe von höchstens 2,6 Rappen pro Paket Zigaretten in den Fonds abzuliefern. Dies wären pro Jahr rund 20 Millionen Franken und entspricht ungefähr dem Subventionsbeitrag, den die rund 300 Tabakbauern in der Schweiz erhalten. Stillschweigend überwies der Rat ein Postulat der WAK, das den Bundesrat zur Prüfung von Möglichkeiten einlädt, Richtlinien zum Schutz vor dem Passivrauchen zu erlassen. Vorgeschlagen werden Einschränkungen des Rauchens im öffentlichen Raum. Die Vorlage geht in den Ständerat.
(sda, bluewin, 24 heures, Aargauer Zeitung, BaZ, BZ, Blick, Corriere del Ticino, der Bund, Südostschweiz, l’agefi, Le Temps, NLZ, NZZ, St. Galler Tagblatt, Tages Anzeiger, La Regione, Solothurner Zeitung, 25.9.02, 24 heures, Aargauer Zeitung, Corriere del Ticino, NLZ, 26.9.02)

Drei Zigaretten erhöhen das Infarktrisiko ums Doppelte
Eine Untersuchung an mehr als 12000 Dänen, die mehr als 20 Jahre lang dauerte, hat nun ergeben, dass auch das gelegentliche Rauchen erschreckende Folgen auf das Herz hat: Schon drei Zigaretten täglich erhöhen das Herzinfarktrisiko um das Doppelte, berichtet das Fachmagazin Journal of Epidemiology and Community Health. Frauen sind von den Folgen des Tabakkonsums wesentlich stärker betroffen, als Männer. Es wird davon ausgegangen, dass die Hormone durch das Rauchen verändert werden. (pressetext schweiz, 23.9.02)

Waadt sagt ja zu Tabakwerbeverbot
Der Kantonsrat hat der Motion eines Tabakwerbeverbotes auf öffentlichem Grund zugestimmt und dem Regierungsrat den Auftrag zur Gesetzeserarbeitung erteilt. Das Tabakwerbeverbot wird auf Europäischer Ebene eingeführt, der Kanton Genf hat als erster Schweizer Kanton die Initiative ergriffen und ein Verbot eingeführt. (24 heures, La Libérté, 11.9., Le Matin, Le Nouvelliste, 12.9.02)

Die Tabakindustrie blitzt vor Gericht ab
Der Verkauf von Zigaretten in der EU wird aller Voraussicht nach stärker reglementiert. Der EU-Generalanwalt heisst eine entsprechende Richtlinie des europäischen Parlaments gut, gegen welche die Tabakindustrie vorgängig geklagt hatte. Sollte die Richtlinie vom Gerichtshof in Luxemburg abgesegnet werden, sind die Bezeichnungen«light» und «mild» auf Zigarettenpackungen zukünftig verboten. Zudem werden die Höchstwerte für Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid gesenkt. Warnungen von Gesundheitsrisiken auf den Packungen müssen statt gegenwärtig vier Prozent mindestens 30 Prozent der Paketvorder- und 40 Prozent der –rückseite bedecken. Auch dürfen Fotos von Gesundheitsschäden wie Raucherlungen abgebildet werden. Die Regelung soll auch für den Export in Drittländern gelten. 20 Minuten lanciert eine Umfrage, ob solche Warnungen abschreckend wirken. (20 Minuten, 11.9.02)

Für rauchfreie ZVV-Bahnhöfe
Drei Kantonsräte forderten am 9.9. in einem Postulat vom Regierungsrat, sich für die Einführung von rauchfreien Bahnhöfen bei den Zürcher Verkehrsbetrieben einzusetzen. Laut einer Mitteilung der Postulanten reichten sie damit den zur Umfrage von 20 Minuten passenden politischen Vorstoss ein. Web-Umfrage hatte ergeben, dass 712 von 1236 Teilnehmern ein Rauchverbot befürworten. (20 Minuten, 10.9.02)

Rauchen auf 54 Bahnhöfen verboten
Auf 54 grossen Bahnhöfen in Deutschland ist das Rauchen verboten worden. Züge am Glimmstängel sind nur noch in eigens ausgewiesenen Zonen erlaubt, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Weitere Bahnhöfe können später folgen. Die Ausstattung mit Schildern und Aschenbecher in den Raucherzonen kostet für die vorgesehenen 63 Stationen 5 Millionen Euro. Im Gegenzug wird die Bahn Reinigungskosten in Millionenhöhe sparen, bundesweit kostet die Reinigung der 5800 Bahnhöfe 100 Mio. Euro jährlich. (sda, 5.9., Tages Anzeiger, Neue Luzerner Zeitung, Der Bund, 20 Minuten, 6.9.) Laut einer Web-Umfrage durch die Zeitung 20 Minuten, befürworten 58% der 1236 befragten Schweizer ein Rauchverbot in Schweizer Bahnhöfen.




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