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Tabak-Kurznachrichten Juli 2002 

Staat soll Kiffer-Steuer erheben
Die Schweizer kiffen, was das Zeug hält. Die Händler machen jährlich rund eine Milliarde Franken Umsatz. Präventivmediziner und Nationalrat Prof. F. Gutzwiller macht den Vorschlag, eine Hanfsteuer zu erheben, damit der Staat mitverdienen kann. Die Legalisierung des Hanfkonsums muss zuerst noch beim Parlament durchgebracht werden. Die erwarteten Steuereinnahmen beliefen sich somit auf 150 bis 200 Millionen Franken. Der gesamte Gewinn soll zweckgebunden für die Drogenprävention des Bundes eingesetzt werden. (Sonntags Blick, 14.7.)

Die Tabaklobby befürchtet ein landesweites Werbeverbot
Die Werbebranche ist konsterniert: Das vom Kanton Genf erlassene Plakatverbot für Tabak und Alkohol ist vom Bundesgericht gestützt worden. Die Zahl der jugendlichen Raucher in der Schweiz nimmt laufend zu. Um den Zigarettenverkauf anzukurbeln, buttert die Tabakindustrie jedes Jahr rund 70 Millionen Franken in Werbung. Weiter 50 Millionen fliessen in Sponsoring und Event-Marketing. Die Tabakmultis investieren 73 Prozent ihrer Werbung in Plakate und nun fürchtet sich die Industrie vor weiteren Einschränkungen. (Cash, 19.7.)

Antitabak-Konvention veröffentlicht
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Genf einen Textentwurf für die Anti-Tabak Konvention veröffentlicht. Der Text soll als Grundlage für die weiteren Verhandlungen dienen. Dieser Text umfasst unter anderem Themen wie Tabakwerbung, Sponsoring, illegaler Handel, internationale Zusammenarbeit sowie finanzielle Ressourcen. Die Beteiligten sind optimistisch, dass die Konvention im Mai 2003 von der WHO-Jahreskonferenz verabschiedet wird, danach muss sie von mindestens 30 Ländern ratifiziert werden. (sda, 16.7., le Journal du Jura, NZZ, 17.7.)

Werbespot schockiert Frankreich: Todeskampf eines Rauchers im TV
Ein extremer Anti-Tabak-Werbespot sorgt derzeit für Aufregung in Frankreich. Die Kampagne zeigt unschöne Bilder vom Todeskampf eines Rauchers. „Dieser Mann hat nur noch fünf Tage zu leben“ heisst es im Spot über einen 49-Jährigen, der nur noch 39 Kilogramm wiegt. In der Presse stiess die Kampagne auf Verständnis. „Junge Raucher müssen verstehen, dass Zigaretten den Tod näher bringen“. In Frankreich sterben etwa 60'000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Dabei liegt das Durchschnittsalter der ersten Zigarette bei etwa 14 Jahren. (sda, AWP-News, télé top Matin, Le Matin, Txt, 23.7 Die Südostschweiz, Basler Zeitung, NZZ, Tages Anzeiger, 24.7.)

Light-Zigaretten genauso schädlich
Mancher Raucher glaubt, er könne mit dem Griff zur Light-Zigarette sein Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, senken. Dahinter steckt die Theorie, beim Rauchen von im Nikotingehalt reduzierten Zigaretten atme man weniger Nikotin und Teer ein. Langjährige Studien in den USA zeigen jedoch, dass diese Rechnung nicht aufgeht, denn die Lungenkrebsrate steigt weiter an. Eine Erklärung liegt darin, dass durchschnittliche Raucher einfach mehr leichte Zigaretten rauchen, um die Nikotinaufnahme konstant zu halten. Oder aber sie ziehen stärker an der Zigarette. (Readers Digest, 1.7.)

Rauchverbot am Arbeitsplatz erleichtert das Aufhören
Rauchfreie Arbeitsplätze ermutigen Raucher, ihre Sucht aufzugeben oder zumindest ihren Zigarettenkonsum einzuschränken. Zu diesem Schluss kamen amerikanische Forscher nach der Analyse von 26 Studien zu diesem Thema. Wie die Wissenschafter von der Universität von Kalifornien in San Francisco berichten, geben rund vier Prozent der Raucher das Qualmen auf, wenn sie am Arbeitsplatz nicht mehr rauchen dürfen. (AWP-News, 26.7.)




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