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Tabak-Kurznachrichten Juni 2002 
Bezahlte Nikotinersatz-Präparate
Der Pharmakonzern Novartis hat beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) einen Antrag gestellt, dass Nikotinersatz-Präparate künftig von der Krankenkasse bezahlt werden sollen. Die Krankenkassen wehren sich, das Bundesamt für Gesundheit wäre dafür. Die Kosten für diese Medikamente beliefen sich auf rund 20 Millionen Franken. (Der Bund, sda, AFX-Ticker, 7.6.02, Aargauer Zeitung, BZ, Corriere del Ticino, Blick, BaZ, Tribune de Genève, 8.6.)

Das Milliardengeschäft mit dem Rauch stösst an seine Grenzen
Drei Players teilen sich den Tabakmarkt. Hierzulande produziert die Branche jährlich gut 30 Milliarden Zigaretten und bringt es auf einen Umsatz von 3.5 Milliarden Franken. An jeder in der Schweiz gerauchten Zigarette, verdient der Bund rund 15 Rappen. Die Tabakmultis geben in der Schweiz jährlich 65 Mio. Franken für Werbung aus. In den nächsten Jahren jedoch müssen sie mit massiven Werbeeinschränkungen rechnen. (Handelszeitung, 12.6.)

Geld kommt vor Gesundheit
Die Schweizerische Zigarettenindustrie lancierte eine Antiraucherkampagne für Jugendliche und will damit Goodwill für sich schaffen. Gleichzeitig betreibt der Bundesrat Finanzpolitik statt Gesundheitspolitik. Die Landesregierung will die Tabaksteuer weiterhin nur mit kleinen Schritten dem EU-Niveau annähern. Das Parlament wird im Herbst die Revision des Bundesgesetzes über die Tabakbesteuerung behandeln. Interessen von Gesundheit und Finanzen prallen aufeinander. (Handelszeitung, 12.6.)

Nichtrauchen ist cool, Rauchen ist heiss
Um schärfere Gesetze zu verhindern, gibt sich die Tabakindustrie um die Gesundheit der Jugend besorgt. Die Vereinigung der Schweizerischen Zigarettenindustrie (CISC) lanciert eine Kampagne für Jugendliche in Form von TV-Spots und Tramhängern. Vor einigen Jahren hat die Tabakindustrie ein Werbeverbot in Zeitschriften, welche sich mehrheitlich an Jugendliche unter 18 Jahren richten, unterzeichnet. Daran hält sich die Zigarettenindustrie aber nicht. Die Stiftung für Konsumentenschutz kündigt eine Beschwerde gegen die Inserate an. (Tages Anzeiger, 20.6.)

Philip Morris muss bezahlen
Der Tabakkonzern muss einer amerikanischen Familie eines Marines, der lange Jahre rauchte, dann an Krebs starb, 79,7 Mio. Dollar an Strafgeldern zahlen. Philip Morris wurde angelastet, die Konsumenten über die Folgen des Rauchens getäuscht zu haben. Das Berufungsgericht meint, die Strafe entspreche ungefähr dem Profit, den das Unternehmen innerhalb von zweieinhalb Wochen mache. (sda, Corriere del Ticino, 6.6., St. Galler Tagblatt, NLZ, 7.6.)

Auch Reynolds muss bezahlen
Das Unternehmen muss 20 Millionen Dollar zahlen, weil es in Zeitschriften mit einem hohen Anteil an minderjährigen Lesern warb. Damit habe der Hersteller von Marken wie Camel und Winston ein Abkommen mit 46 Bundesstaaten verletzt. Dazu muss der Tabakkonzern die Werbestrategie ändern. (sda, AFX-Ticker, Le Temps 7.6., St. Galler Tagblatt, NZZ, BaZ, 24 heures, 8.6.)

Eltern sind Vorbilder – auch negative
Eine Studie beweist, dass Kinder die Rauch- und Trinkgewohnheiten der Eltern nachahmen, obschon sie diese als störend empfinden. Wachsen Jugendliche mit Eltern und Geschwistern auf, von denen sie behaupten, dass diese zu viel rauchen oder trinken, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sie selber Suchtmittel konsumieren. In Familien, in welchen zu viel geraucht wird, raucht jeder zweite Jugendliche. (DörfliZytig Köniz, 25.5.)

Das Ungeborene raucht mit
Rauchen in der Schwangerschaft schadet dem ungeborenen Kind. Es fördert die Häufigkeit von Fehlgeburten, vermindert das Geburtsgewicht und führt zu höheren Erkrankungs- und Sterberaten bei den Neugeborenen. Trotz dieser seit längerem belegten Tatsachen, rauchen auch heue bis zu einem Drittel der Schwangeren. (NZZ, 5.6.)

Experiment NichtRauchen
Beim Wettbewerb Experiment NichtRauchen machten rund 2000 Schulklassen mit und verpflichteten sich, während 8 Monaten nicht zu rauchen. Ziel des Wettbewerbs war es, die Jugendlichen zu motivieren und zu belohnen, wenn sie nicht zu rauchen beginnen oder auf den Glimmstängel verzichten. (Neue Zuger Zeitung, Neue Urner Zeitung, 5.6.)

Neues Internetprogramm zur Rauch- und Stressprävention
Unter www.feelok.ch finden Jugendliche auf über 700 Seiten Informationen zu den Themenbereichen «Rauchen», «Stress» und «Selbstvertrauen». Jugendliche werden entsprechend ihren Bedürfnissne und Fragen durch das Programm geführt. «Feelok» ist auch für Lehrpersonen nützlich mit einem Handbuch und themenspezifischen Arbeitsblättern. (Amtliches Schulblatt St. Gallen, 15.5.)




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