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Tabak-Kurznachrichten November 2002 

Chronische Lungenkrankheiten durch Tabakkonsum
Jeder 7. Raucher hat eine chronische, unheilbare Lungenkrankheit (COPD). Eine Kampagne der Ärzteschaft will die Bevölkerung über die unbekannte Krankheit informieren. COPD bezeichnet eine Entzündung und eine nicht rückgängig zu machende Verengung der Atemwege sowie eine Zerstörung der Lungenbläschen. In der Schweiz gehört diese Krankheit zu den fünf häufigsten Todesursachen. Schwer erkrankte Patienten können nur noch mit dauernden Sauerstoffgaben leben. Die Symptome sind Husten, Auswurf und Atemnot. Grösster Risikofaktor ist das Rauchen. (SDA, 30.10., Medical Tribune, 1.11., NLZ, 2.11.)

Raucherinnen haben dickere Kinder
Schwangere, die rauchen, schaden ihren noch nicht geborenen Kindern. Diese wachsen langsamer als normal und sind daher bei der Geburt oft zu leicht. Doch später entwickeln sie sich so, als ob sie den Rückstand wettmachen müssten: Sie nehmen schneller zu als Babys, die im Mutterleib keinen Schadstoffen des Tabaks ausgesetzt waren. Das Risiko für Fettleibigkeit ist mit 30 Jahren um die Hälfte erhöht. (Zürcher Unterländer, 1.11.)

Nikotin-Bonbons
Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat das laut Hersteller GlaxoSmithKline erste und einzige Nikotin-Bonbon «Commit» für den OTC-Verkauf auf dem US-Markt zugelassen. Das Nikotin-Ersatzprodukt soll in Drug Stores, Supermärkten und bei Grosshändlern ohne Verschreibung erhältlich sein. Erst im vergangenen Jahr wurden Nikotin-Lollis vom Markt genommen. Seither benötigen Nikotin-Ersatzprodukte eine Zulassung durch die Gesundheitsbehörde. Laut Glaxo benötigen aufhörwillige Raucher im Rahmen eines Zwölf-Wochen-Programms immer weniger Lutschbonbons, bis die Nikotinsucht dann endgültig der Vergangenheit angehört. (pressetext-schweiz ag, 5.11.)

IOC Trophäe für Thomas Zeltner
Durch die Verleihung der Trophäe "Sport & Bien-être" des International Olympic Comitee an Thomas Zeltner, Direktor des Bundesamtes für Gesundheit, wurde sein konsequentes Engagement für die Gesundheitsprävention im Sportbereich ausgezeichnet. Hierzu gehören LaOla, die Präventionskampagne gegen Sucht- und Rauschmittelkonsum von Jugendlichen in den Sportvereinen sowie Sport.rauchfrei, welche auf ein tabakfreies Trainings- und Wettkampfsgelände zielt.
(SwissSport/06.11.02)

Raucher haben es in ihren Genen
Raucher haben eine Ausrede, weshalb sie nicht vom Glimmstengel wegkommen: Ein Gen, das den Bauplan für ein Enzym, das für den Abbau von Nikotin im Gehirn verantwortlich ist. US-Forscher von der Universität in Philadelphia entdeckten, dass eine nur leicht veränderte Form dieses Gens dazu führt, dass Nikotin nicht mehr so schnell abgebaut werden kann. Das Gift reichert sich daher kurzfristig im Gehirn ab. Die Folge ist, dass der Raucher sich an diese erhöhte Konzentration gewöhnt, was die Entwöhnung so schwierig macht. (Blick, 13.11.)

Popstars bekämpfen Tabakkonsum von Jugendlichen
Mit der EU-Kampagne «Feel free to say no» haben nun auch zahlreiche Popstars dem Tabakkonsum von Kindern und Jugendlichen angesagt. Interpreten wie Moby, Sophie Ellis Bextor, Tiziano Ferro und Loona haben sich bereit erklärt in EU-weiten Fernsehspots, die von 38 TV-Sendern und dem Musiksender MTV ausgestrahlt werden, gegen das Rauchen aufzutreten. Acht von zehn Rauchern beginnen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Die Imagekampagne startete bereits im Mai im Rahmen der Fussball-WM und will ohne Verbote und Belehrungen auf die Gesundheitsschäden hinweisen. Unter www.feel-free.info werden Informationen und Tipps angeboten. (pressetext schweiz ag, SDA, AWP-News, 8.11., 24 heures, Le Matin, NZZ, 9.11.)

Cannabis laut Studie deutlich schädlicher als Tabak
Das Rauchen von Cannabis ist laut einer britischen Studie mehr als sechs Mal schädlicher für die Lungen als Tabakkonsum. Schon drei Joints mit reinem Cannabis sollen so viel Schaden anrichten wir eine ganze Schachtel Zigaretten. Werde der Cannabis mit Tabak gemischt, verstärkten sich die schädigenden Effekte. Das im Cannabis enthaltene Teer weise 50 Prozent mehr Krebs erregende Stoffe auf als Tabak. (SDA, Pressetext Schweiz AG, 11.11., AWP-News, Aargauer Zeitung, Der Bund, Die Südostschweiz, Le Temps, NLZ, NZZ, St. Galler Tagblatt, Tages Anzeiger, TxT, 12.11.)

Experiment NichtRauchen
Das erfolgreiche Tabak-Präventionsprojekt startet mit einigen Neuerungen in die dritte Runde. Im letzten Jahr liessen sich über 40'000 Schülerinnen und Schüler der 6. bis 9. Klasse darauf ein. Auch dieses Jahr soll der Wettbewerb dazu beitragen, dass die erschreckend hohe und steigende Zahl jugendlicher Rauchenden – in der Schweiz rund 40 Prozent der 15- bis 19-Jährigen – nicht weiter zunimmt. Die Botschaft lautet: Nichtrauchen ist die Norm. Neu in diesem Jahr spiegeln sich die Ereignisse in einer eigenen Zeitschrift «Nix». Neu ist auch die eigene Homepage www.experimentnichtrauchen.ch (Spectra, 14.11.)

Plädoyer für Rauchverbot in Spielfilmen
In Hollywood, der Filmmetropole der Welt, ist kürzlich die Aktion «Smoke Free Movies» angelaufen. Dem Ziel, jegliches Rauchen aus den Spielfilmhandlungen zu verbannen, haben sich die WHO und zahlreiche gleichgelagerte Verbände verschrieben. Dies werden auch Kernthemen des nächsten «Welt-ohne-Tabak-Tages» sein. Die WHO fordert ein Ende jedweder Positionierung von Tabakprodukten im Spielfilmumfeld. Neben einem 4-Punkte Verbot fordert die WHO die Film- und Unterhaltungsindustrie zur Unterlassung auf, Zigarettenrauchen mit Glamour zu umgeben und damit das Rauchen als wünschenswertes Verhalten hinzustellen. (Persönlich.com News, 18.11.)

Keine Zigaretten in Selecta-Automaten
Ab Januar gibt es an den Selecta-Automaten der Stadt Freiburg keine Zigaretten mehr zu kaufen. So sollen Jugendliche besser geschützt werden. Laut Fachstelle für Tabakprävention könnten alle 223 Gemeinden diesen Schritt tun. Die Stadt Freiburg hat mit der Firma Selecta einen Vertrag ausgehandelt. (Freiburger Nachrichten, 21.11.)

Rauchen steigert das Brustkrebsrisiko
Laut einer Studie kanadischer Wissenschaftler sind Mädchen, die bereits im Teenageralter zur Zigarette greifen, besonders gefährdet im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs zu erkranken. Bei Mädchen, die innerhalb von fünf Jahren nach der ersten Menstruation zu rauchen beginnen, steigt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken um fast 70 Prozent. (Neue Luzerner Zeitung, 23.11.)

Mehr Tabaktote
Experten rechnen mit weltweit jährlich 8,4 Millionen Tabaktoten ab Ende des kommenden Jahrzehnts. Damit werde der Tabakkonsum als Ursache von Herz- und Gefässkrankheiten sowie Krebs zur häufigsten Todesursache. Nach einer aktuellen Untersuchung der Welt-Gesundheitsorganisation, in der 3000 Einzel-Studien ausgewertet worden sind, verursachte Rauchen mehr Krebserkrankungen als bisher vermutet. (3sat, 25.11.)

Schlag gegen die Zigaretten-Mafia
Die von der Bundesanwaltschaft am 12. November durch Truppen der Bundesanwaltschaft, der Bundeskriminalpolizei und der Oberzolldirektion durchgeführte Razzia nach Zigarettenschmuggel, Geldwäscherei und Drogenhandel war erfolgreich. In den Kantonen St. Gallen, Jura und Tessin wurden Dokumente beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden. Die Montenegro-Connection habe in den letzten Jahren monatlich 1000 Tonnen Zigaretten geschmuggelt. Gemäss Bundesanwaltschafts-Sprecher wurden auch mehrere Import- und Export-Firmen durchsucht. (Sonntags Blick, 24.11., Der Bund, NLZ, St. Galler Tagblatt, Tages Anzeiger 25.11.)

Sport- und Gesundheitsorganisationen gemeinsam für Tabakprävention
Sportverbände, Gesundheits- und Konsumenten-Organisationen appellieren an den Ständerat, eine wirksame Tabaksteuerpolitik einzuschlagen und dem Tabakpräventionsfonds zuzustimmen. Mit der Schaffung eines 20-Millionen-Präventionsfonds wollen sie Mittel für Tabakprävention bereitstellen, um die Quote der jugendlichen Raucher zu senken. Der Nationalrat hat im Herbst einer Schaffung des Tabakpräventions-Fonds zugestimmt. Untersuchungen in der Schweiz haben gezeigt, dass Sport treibende Personen signifikant weniger rauchen und dass gut vermittelter Sport eine Möglichkeit zur Sensibilisierung ist. Für Präventionsfachleute und Gesundheitsökonomen ist klar, dass ein modernes Tabaksteuergesetz neben steuerpolitischen auch gesundheitspolitische Ziele berücksichtigen muss. (sda, 29.11.)

Schädlich wie Tabakkonsum
Der Konsum von drei oder vier Joints pro Tag ist für die Lungen ebenso schädlich, wie der tägliche Konsum von 20 Zigaretten. Dies hat mit der Konzentration des THC-Gehaltes in Cannabis zu tun, der heute bedeutend höher ist als früher. Auch wird der Rauch länger in der Lunge behalten, als derjenige einer Zigarette. Die Britische Lungen Stiftung will eine Präventionskampagne zu den Auswirkungen des Cannabis-Konsums starten. (Tribune Médicale, 29.11.)




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