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Tabak-Kurznachrichten Juni 2008 

Bundesrat schickt neues Präventionsgesetz in die Vernehmlassung

Der Bundesrat hat im Juni beschlossen, die Massnahmen zur Gesundheitsvorsorge zu erneuern und dafür bis ins Jahr 2012 rund 20 Millionen Franken einzusetzen. Zudem hat er den bereits vor einiger Zeit angekündigten Entwurf für ein Präventionsgesetz in die Vernehmlassung geschickt, dessen Ziel es ist, die Bemühungen auf diesem Gebiet besser zu koordinieren. Eine eigentliche Schweizerische Präventionspolitik existiert bis anhin nicht, was sowohl eine vom Departement des Innern eingesetzte Fachkommission als auch die OECD und die WHO bemängelten. Augenfälligste Neuerung ist deshalb die Schaffung eines schweizerischen Instituts für Prävention und Gesundheitsvorsorge, welches als eine Drehscheibe für Präventionsbemühungen auf allen Ebenen funktionieren soll. Die Vernehmlassung dauert bis Ende Oktober dieses Jahres. (sda/ats, AP, Radio 24, Radio Argovia, Radio Basilisk, Radio Capital FM, Radio Central, Radio DRS, Radio Lausanne FM, Radio Rete Uno, Radio RSR, Radio Sunshine, Radio Top, Radio Zürisee, SF, Sonntag, Online-Ausgabe, TSI, TSR: 18.06.2008; Aargauer Zeitung, bag.admin.ch, Online-Ausgabe, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Bote der Urschweiz, Corriere del Ticino, Der Bund, Die Südostschweiz, Höfner Volksblatt, edi.admin.ch, Online-Ausgabe, La Regione Ticino, Le Nouvelliste, Le Temps, L’Express, Online-Ausgabe, March Anzeiger, Neue Luzerner Zeitung, NZZ, News, Sarganserländer, St.Galler Tagblatt, Tages-Anzeiger, Teletext SF/TSI/TSR, Thurgauer Zeitung, Walliser Bote, Werdenberger & Obertoggenburger, Zürcher Unterländer, Zürichsee-Zeitung: 19.06.2008; Cash, Online-Ausgabe, Revue médicale suisse: 25.06.2008; NZZ, Gastro Journal, Tages-Anzeiger: 26.06.2008; Egnacher Lokal-Anzeiger: 27.06.2008).

Schutz vor Passivrauchen: Nationalrat für Raucherbetriebe

In der Sommersession hat der Nationalrat die Vorlage zum Schutz vor Passivrauchen behandelt. Dabei ist er auf der Linie des Gastgewerbes geblieben: Bisher haben alle Kantone, die ein Rauchverbot in Restaurants kennen, strengere Richtlinien im Kampf gegen Passivrauchen erlassen, als per Bundesgesetz geregelt werden soll. Der Nationalrat hat mit 98 zu 75 Stimmen beschlossen, dass dies auch künftig möglich ist und den Kantonen entsprechende Freiheiten gewährt. Die Räte sind sich allerdings noch nicht einig, wie weit der Schutz der Nichtraucher grundsätzlich gehen soll. Während der Ständerat das Rauchen nur noch in abgetrennten Fumoirs zulassen will, möchte die grosse Kammer auch Raucherrestaurants zulassen, und zwar dort, wo keine Fumoirs eingerichtet werden können. Dies hat der Nationalrat mit 94 zu 86 Stimmen beschlossen. Mit diesem Entscheid ruft der Nationalrat die Lungenliga auf den Plan. Deren Delegiertenrat erteilte dem nationalen Vorstand einstimmig die Kompetenz, eine Volksinitiative zu lancieren, sollte das Parlament die Raucherlokale nicht aus dem Gesetz streichen. Die Initiative würde sich an den bisherigen kantonalen Volksinitiativen, insbesondere an jenen in der Romandie, orientieren. (sda/ats, AP, 20 Minuten, Online-Ausgabe, 20 Minutes, Online-Ausgabe, AWP-News, Online-Ausgabe, Blick am Abend, Cash, Online-Ausgabe, edicom.ch, Online-Ausgabe, e-sider.com, Online-Ausgabe, espace.ch, Online-Ausgabe, Le Quotidien Jurassien, Online-Ausgabe, money cab, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, NZZ, Online-Ausgabe, Presseportal, Online-Ausgabe, Punkt CH, Online-Ausgabe, Radio 1, Radio 24, Radio 32, Radio Basilisk, Radio Capital FM, Radio Central, Radio DRS, Radio Lac, Radio Lausanne FM, Radio Rete Uno, Radio RSR, Radio RTN, Radio Sunshine, Radio Top, Radio Zürisee, restaurant.ch, Online-Ausgabe, search.ch, Online-Ausgabe, SF, Sonntag, Online-Ausgabe, Swisscom, Online-Ausgabe, swisscontentcorp., Online-Ausgabe, swissquote, Online-Ausgabe, Tele Züri, TSI, TSR, Werdenberger & Obertoggenburger, Online-Ausgabe, winti-guide.ch, Online-Ausgabe, zisch, Online-Ausgabe: 11.06.2008; 24 Heures, Aargauer Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Bieler Tagblatt, Blick, Corriere del Ticino, Der Bund, Die Südostschweiz, evppev.ch, Online-Ausgabe, Freiburger Nachrichten, Google, Online-Ausgabe, Hotel Revue, Online-Ausgabe, La Liberté, La Reggione Ticino, La Côte, Online-Ausgabe, Le Courrier, Le Matin, Le Matin Bleu, Le Nouvelliste, Le Temps, L’Express, L’Impartial, Online-Ausgabe, Lysser & Aarberger Woche, Neue Luzerner Zeitung, News, Schaffhauser Nachrichten, Solothurner Zeitung, St.Galler Tagblatt, Tages-Anzeiger, Teletext SF/TSI/TSR, Teletext Tele Züri, Tribune de Genève, Zürcher Oberländer: 12.06.2008; Sprechzimmer, Online-Ausgabe: 13.06.2008; expresso: 17.06.2008; Basler Zeitung: 20.06.2008).

Initiative zur Senkung der Tabaksteuer gescheitert

Die Volksinitiative «Prävention statt Abzockerei – für eine Neuausrichtung der Tabaksteuer» ist vorzeitig gescheitert. Sie wurde bis zum Fristablauf am 12. Juni nicht eingereicht, wie die Bundeskanzlei mitteilt. Gemäss der Tabakinitiative hätte die Tabaksteuer höchstens noch 20 Prozent des Kleinhandelspreises betragen dürfen. Außerdem sollten ihre Erträge statt in die AHV künftig in die Prävention des Tabakkonsums fliessen. Lanciert hatte das Volksbegehren ein Komitee unter dem Aargauer Pierre Singer, Präsident der Schweizerisch-Nationalen Volkspartei und Beisitzer des Komitees «Rauchverbote Nein». Es gelang ihm nicht, fristgerecht die erforderlichen 100'000 Unterschriften beizubringen. (Radio DRS: 11.06.2008; sda/ats, Radio 32: 24.06.2008; Aargauer Zeitung, Der Bund, Le Matin Bleu, Le Quotidien Jurassien, Tages-Anzeiger, Teletext SF/TSI/TSR, Toponline, Online-Ausgabe: 25.06.2008).

Bern: FDP und SVP verzögern Gesetzgebung zum Schutz vor Passivrauchen

Der Berner Grosse Rat hat das neue Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen in erster Lesung verabschiedet. Die Berner Gesetzesvorlage sieht den Schutz vor Passivrauchen in öffentlich zugänglichen Innenräumen – nicht nur in öffentlichen Gebäuden, sondern etwa auch in Arztpraxen – vor. In Restaurants soll nur noch in separaten, unbedienten Fumoirs geraucht werden dürfen. FDP und SVP setzten mit nur 50 Stimmen und gegen den Willen der Mehrheit im Kantonsparlament durch, dass eine zweite Lesung durchgeführt wird. Dies ist gemäss dem Geschäftsreglement des Grossen Rats auch ohne Mehrheit möglich. Die FDP bezeichnete es als nicht sinnvoll, auf kantonaler Ebene gesetzgeberisch tätig zu werden, wenn der Nationalrat noch in der Sommersession über den Nichtraucherschutz auf nationaler Ebene debattiere. Die SP und die EVP bezeichneten das Vorgehen der FDP als Verzögerungstaktik. Wie die Grünen und die Regierung hätten sie das Gesetz in einer einzigen Lesung behandeln wollen. (sda/ats, espace.ch, Online-Ausgabe, Radio 32, Radio Capital FM, Radio DRS: 10.06.2008; 20 Minuten, Aargauer Zeitung, Online-Ausgabe, Berner Rundschau, Berner Zeitung, .ch, Der Bund, Google, Online-Ausgabe, Grenchner Tagblatt, Le Journal du Jura, Le Quotidien Jurassien, Radio DRS, Sonntag, Online-Ausgabe: 11.06.2008; Gastro Journal, Hotel Revue: 12.06.2008; Gastro Journal: 19.06.2008).

Schutz vor Passivrauchen: Freiburger Grosse Rat sagt ja zum Gegenvorschlag

Der Freiburger Grosse Rat will das Rauchen in öffentlichen und geschlossenen Räumen verbieten. Für Raucher soll es in Restaurants aber sogenannte Fumoirs mit Selbstbedienung geben. Der Rat stimmte der entsprechenden Gesetzesänderung mit 38 zu 28 Stimmen zu bei 11 Enthaltungen. Das neue Gesetz wird als Gegenvorschlag der Initiative «Passivrauchen und Gesundheit» gegenübergestellt. Die Freiburger Stimmberechtigten werden am 30. November darüber abstimmen. (sda/ats, Berner Zeitung, espace.ch, Online-Ausgabe, Freiburger Nachrichten, La Liberté, Radio DRS, Radio NRJ, SonntagsZeitung, Online-Ausgabe: 20.06.2008;  24 Heures, Berner Zeitung, Freiburger Nachrichten, La Gruyère, La Liberté, Le Matin, Le Temps, St.Galler Tagblatt, Tages-Anzeiger, Teletext SF/TSR, TSR: 21.06.2008; 20 Minutes, NZZ: 23.06.2008; Gastro Journal: 26.06.2008).

Genf: Schutz vor Passivrauchen tritt in Kraft

Nachdem das Genfer Stimmvolk die Initiative «Fumée passive et santé» Ende Februar mit über 80 Prozent der Stimmen klar angenommen hat, tritt die entsprechende Übergangsregelung am 1. Juli definitiv in Kraft. Dies trotz mehreren hängigen Einsprachen beim Bundesgericht und obwohl die Vereinigung «Dissidents de Genève» beim Regierungsrat eine Petition mit über 3'500 Unterschriften eingereicht hat, welche verlangt, dass das Rauchen in abgetrennten Fumoirs erlaubt bleiben soll. Somit ist das Rauchen in öffentlichen Räumen zukünftig verboten. Hotelzimmer, Einzelzimmer in Spitälern und Gefängniszellen sowie die Räumlichkeiten von Geschäften, die ausschliesslich Tabakwaren verkaufen, sind vom Verbot ausgenommen. Die Übergangsregelung wird solange in Kraft bleiben, bis der Grosse Rat ein der Initiative entsprechendes Ausführungsgesetz verabschiedet hat. (Le Matin: 17.06.2008; AP: 18.06.2008; 20 Minutes, Le Courrier: 19.06.2008; FAO: 20.06.2008; Léman bleu: 24.06.2008; Le Matin: 25.06.2008; Entreprise: 27.06.2008;  sda/ats, TSR, Tribune de Genève, Online-Ausgabe: 29.06.2008; Le Courrier, Le Matin, Le Temps, Online-Ausgabe: 30.06.2008).

Luzern: Regierungsrat treibt Schutz vor Passivrauchen voran

Als Reaktion auf die zögerliche Haltung des Bundes mit einem wirksamen Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen treibt der Luzerner Regierungsrat die kantonale Gesetzgebung voran. Das kantonale Gesetz soll sich an der vom Ständerat vertretenen Linie orientieren. Fumoirs werden demnach nur möglich sein, wenn diese abgetrennt und gekennzeichnet sind und ausreichend belüftet werden, wie Rolf Frick vom Rechtsdienst des Gesundheitsdepartements erklärt. Der Kantonsrat wird Anfang 2009 über einen Gesetzesentwurf befinden können. Die Änderung des Gesundheitsgesetzes soll voraussichtlich am 1. Juli 2009 in Kraft treten. (sda/ats, Radio Central, Radio DRS, Radio Sunshine, Swisscom, Online-Ausgabe, Tele Tell: 18.06.2008; 20 Minuten, Corriere del Ticino, Der Bund, Le Temps, Luzerner Rundschau, Neue Luzerner Zeitung, Tages-Anzeiger: 19.06.2008; Willisauer Bote: 20.06.2008).

Schaffhauser Kantonsrat lehnt Abgabeverbot für Jugendliche ab

Im Kanton Schaffhausen dürfen Jugendliche weiterhin rauchen. Der Kantonsrat hat Ende Juni ein Postulat von OeBS-Kantonsrat Heinz Rether, das ein Abgabeverbot von Tabakwaren an unter 18-Jährige verlangte, mit 32 zu 24 Stimmen abgelehnt. Gegen das Abgabeverbot stimmten die SVP und eine Mehrheit der FDP. (Radio Munot: 30.06.2008).

Bald auch Schutz vor Passivrauchen in Schwyz

Auch im Kanton Schwyz wird ein Rauchverbot in öffentlichen Lokalen in die Wege geleitet. In Restaurants sollen jedoch Fumoirs erlaubt sein. Erste Entwürfe für einen wirksamen Schutz vor Passivrauchen in öffentlichen Lokalen seien auf dem Departement des Innern ausgearbeitet worden, so Gesundheitsdirektor Armin Hüppin. Unter anderem weil der Bund mit einer landesweit einheitlichen Regelung nicht vorwärts komme. (sda/ats, Bote der Urschweiz, Radio Top: 19.06.2008; 20 Minuten, Die Südostschweiz, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Teletext Tele Züri: 20.06.2008).

Tessin: Regierungsrat für Einschränkung der Tabakwerbung

Der Tessiner Regierungsrat schlägt dem Grossen Rat vor, das Gesetz vom 26. Februar 2007, welches Einschränkungen der Werbung definiert, mit einem Werbeverbot für Tabakwaren auf öffentlichem und von dort einsehbarem Grund zu ergänzen. Dabei folgt der Regierungsrat einer Motion, welche Dario Ghisletta (SP) und Alex Pedrazzini (CVP) 2002 eingereicht haben. Nun wird der Grosse Rat darüber befinden. (Corriere del Ticino, La Regione Ticino: 07.06.2008).

Urner Restaurants werden rauchfrei

Das Urner Stimmvolk hat am 1. Juni das totalrevidierte Gesundheitsgesetz mit 5’391 zu 3’552 Stimmen gutgeheissen. Die Stimmbeteiligung betrug 36,1 Prozent. Das Gesetz sieht ein generelles Rauchverbot in allen allgemein zugänglichen Räumen, etwa Restaurants oder Läden, vor. Bediente Fumoirs sind allerdings erlaubt. Zudem sind im neuen Gesundheitsgesetz ein Verbot für gewerbsmässige Werbung von Tabakwaren – Wirtshausschilder ausgenommen – sowie ein Abgabeverbot von Tabakwaren an unter 16-Jährige enthalten. Das Gesetzt tritt auf den 1. September 2008 in Kraft. Für den Schutz vor Passivrauchen gilt eine Übergangsfrist bis am 1. September 2009. (sda/ats, AP, Radio Central, Radio DRS, Radio Rete Uno, Tele Tell, zisch.ch, Online-Ausgabe: 01.06.2008; 20 Minuten, 20 Minutes, Aargauer Zeitung, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Bieler Tagblatt, .ch, Die Südostschweiz, Neue Luzerner Zeitung, Neue Urner Zeitung, Radio Central, Radio Lac, Tages-Anzeiger, Tele Tell, Teletext SF, TSI, Teletext Tele Züri: 02.06.2008; Neue Urner Zeitung: 03.06.2008; Urner Wochenblatt: 04.06.2008).

Wallis: Referendum zu Stande gekommen

Die Walliser Stimmbevölkerung wird voraussichtlich am 30. November über den im revidierten Gesundheitsgesetz enthaltenen Artikel zum Schutz vor Passivrauchen abstimmen. Am 5. Juni sind auf der Staatskanzlei 3’832 Unterschriften deponiert worden. Somit ist das Referendum zu Stande gekommen. 85 Prozent der Unterschriften stammen aus dem Oberwallis, wie das Referendumskomitee mitteilt. (sda/ats, Basler Zeitung, Online-Ausgabe, Radio Chablais, search.ch, Online-Ausgabe, TSR: 05.06.2008; 20 Minutes, .ch, Le Matin Bleu, Le Temps, Teletext TSR, Walliser Bote: 06.06.2008).

Zürich: Schutz vor Passivrauchen tritt in Kraft

Im Kanton Zürich darf ab kommendem 1. Juli in öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden. Der Regierungsrat hat das neue Gesundheitsgesetz in Kraft gesetzt. Als öffentliche Gebäude gelten die öffentliche Verwaltung, Kinos, Museen aber auch Schulanlagen, Kirchen, Sportstätten und Einkaufszentren, Bahnhöfe, Spitäler und Heime. Nicht unter die Bestimmungen fallen die Gastronomiebetriebe. (Radio 1, Radio DRS, Radio Zürisee, Tele Züri: 05.06.2008; 20 Minuten, Aargauer Zeitung, .ch, La Regione Ticino, Le Matin, Le Matin Bleu, Neue Luzerner Zeitung, Neues Bülacher Tagblatt, NZZ, Radio 24, schaffhausen.ch, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Zürcher Obeländer, Zürcher Unterländer: 06.06.2008; Le Matin: 07.06.2008).

Deutsche Rauchverbote vor dem Verfassungsgericht

Die seit kurzem in der deutschen Gastronomie geltenden Rauchverbote stehen auf dem Prüfstand. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe begann am Mittwoch mit der Verhandlung über mehrere Klagen. Wirte aus Tübingen und Berlin sowie der Besitzer einer Diskothek in Heilbronn hatten gegen die Nichtraucherschutz-Gesetze in den Ländern Baden-Württemberg und Berlin geklagt. Sie sehen ihre Eigentumsgarantie verletzt und machen die Berufsfreiheit geltend. Mit dem Entscheid des höchsten deutschen Gerichts wird im Laufe des Sommers gerechnet. Beklagt wird vor allem, dass das Gesetz keine Ausnahmen vom Rauchverbot für kleine Lokale mit nur einem Raum vorsieht. Anders als in grösseren Gaststätten gebe es für die Eckkneipen keine Möglichkeit, separate Raucherräume einzurichten. Der Nichtraucherschutz in der Gastronomie fällt in Deutschland in die Zuständigkeit der Bundesländer. Die Rauchverbote in Kneipen und Restaurants gelten derzeit in 14 der 16 Länder. Thüringen und Nordrhein-Westfallen schliessen sich im Juli an.  Interpretation vom Gastro-Journal: Die Klagen gegen die Rauchverbote wurden beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, weil Kneipen, Bars und Diskotheken von September bis Dezember ein Umsatzminus von 15 Prozent hinnehmen mussten. Die Einbrüche haben aber auch Speiselokale erfasst, womit die Behauptung widerlegt ist, rauchfreie Betriebe zögen mehr Gäste an. (sda/ats, Basler Zeitung, Google, Online-Ausgabe: 11.06.2008; 3Sat, Gastro Journal, 20minutes: 12.06.2008).

WHO: Totales Werbeverbot für Zigaretten gefordert

Zum diesjährigen Welt-Nichtrauchertag fordert die Weltgesundheitsorganisation (WTO) ein umfassendes Werbeverbot für Zigaretten. Nach jüngsten Studien ist insbesondere die Zielgruppe von 1,8 Milliarden Jungendlichen der Tabakwerbung besonders stark ausgesetzt. Die WTO weist darauf hin, dass die Zigarettenhersteller Milliarden Dollar zur Verbreitung «subtiler Werbung» ausgäben, mit der junge Menschen in die Fänge der Tabakindustrie getrieben würden. Ein vollständiges Verbot wäre nach ihrer Ansicht wirkungsvoll: Länder, die ihre Gesetze entsprechend angepasst hätten, könnten einen Rückgang des Tabakkonsums um fast 16 Prozent vorweisen. Weil die meisten jungen Raucher vor dem 18. Lebensjahr zur Zigarette greifen, habe die Tabakindustrie ihre Kampagnen angepasst und versuche die Jungen nun in Kinos, im Internet, an Konzerten und Sportveranstaltungen zu verführen. Douglas Bettcher von der Anti-Tabak-Initiative der WHO unterstrich, dass «halbe» Werbeverbote nirgends hinführten. Verbiete man bloss eine bestimmte Art der Werbung, so finde die Tabakindustrie sofort Mittel und Wege, um anderweitig ihre Botschaften zu verbreiten. Die Regierungen aller Welt seien deshalb aufgefordert, totale Werbeverbote in die Wege zu leiten. Im Rahmen einer Studie hat die WHO an Schulen in aller Welt junge Menschen zwischen 13 und 15 Jahren befragt. Ergebnis: Mehr als 55 Prozent der Schüler hatten innerhalb der letzten 30 Tage Zigarettenwerbung wahrgenommen. Jeder fünfte der Jugendlichen besass überdies ein Objekt mit einem Zigaretten-Emblem. (persoenlich.com: 02.06.2008; Google, Online-Ausgabe: 04.06.2008).

Rauchverbot in Grossbritannien zeigt Wirkung

Laut einer Studie haben mehr als 400'000 Menschen in England das Rauchen aufgegeben. Er habe nicht mit einem solch «dramatischen» Rückgang gerechnet, «und natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass die Raucherquote nicht wieder hochschnellt», erklärte der für die Studie verantwortliche Professor, Robert West. Im Juli 2007 war das Rauchen an geschlossenen öffentlichen Orten in England verboten worden. In den kommenden zehn Jahren könnten wegen der rückläufigen Raucherzahlen rund 40'000 Menschen weniger im Zusammenhang mit dem Tabakkonsum sterben, wie aus der heute veröffentlichten Studie für mehrere Pharmalabore sowie den Verband für den Kampf gegen Krebs, Cancer Research UK, hervorgeht. (Blick, Online-Ausgabe, espace.ch, Online-Ausgabe: 30.06.2008).

Rauchverbote führen zu weniger Gastronomieumsätze in Deutschland

Die Umsätze der Gastronomie in deutschen Bundesländern mit Rauchverbot sind in den letzten Monaten deutlich stärker zurückgegangen als in jenen ohne Verbot. In Bars und Diskotheken gingen die Umsätze im dritten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahresquartal in Bundesländern mit Rauchverbot real um 9.8 Prozent zurück, in den übrigen Bundesländern um 6.8 Prozent. Im vierten Quartal gingen die Umsätze in diesem Gastronomiezweig in den Bundesländern mit Rauchverbot real sogar um 14.1 Prozent zurück, in den übrigen Bundesländern um 8.8. Prozent. In der speisegeprägten Gastronomie- das heisst in Restaurants, Cafés, Eissalons und Imbissstuben- war der Unterschied bei der Umsatzentwicklung zwischen Bundesländern mit und ohne Nichtraucherschutzgesetzen nicht so ausgeprägt: Im dritten Quartal 2007 verzeichnete dieser Branchenzweig in den Bundesländern mit Rauchverbot Umsatzrückgänge von 5.6 Prozent und im vierten Quartal 6.3 Prozent. In den übrigen Bundesländern gab es im 3. Quartal 2007 Umsatzrückgänge von 5.7 Prozent, im 4. Quartal um 5.4 Prozent. (sda/ats, 20 Minuten, Online-Ausgabe, Tagesanzeiger, Online-Ausgabe, Blick, Online-Ausgabe, Swisscom, Online-Ausgabe, Cash, Online-Ausgabe, Radio DRS 1, espace.ch, Online-Ausgabe, Google, Online-Ausgabe, highspeed.ch, Online-Ausgabe, .ch, Online-Ausgabe, Sonntag, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, SonntagsZeitung, Online-Ausgabe, suedostschweiz.ch, Online-Ausgabe, St.Galler Tagblatt, Online-Ausgabe, Tele Züri, Werdenberger & Obertoggenburger, Online-Ausgabe, zisch, Online-Ausgabe, Volksblatt, Online-Ausgabe: 06.06.2008; Aargauer Zeitung, Basler Zeitung, Neue Luzerner Zeitung, Pressetext Schweiz, Online-Ausgabe, Teletext 3sat: 07.06.2008).

Häufiger Lungenkrebs bei Frauen

Die Todesursache Lungenkrebs wird bei Frauen immer häufiger. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) sterben heute pro Jahr rund 2’000 Männer und 900 Frauen an Lungenkrebs. 1970 kam bei den durch Lungenkrebs bedingten Todesfällen eine Frau auf elf Männer, 2000 eine Frau auf vier Männer und bei der jüngeren Generation sogar eine auf zwei Männer. Der Lungenkrebs dürfte bei den Frauen als Todesursache bald häufiger sein als Brustkrebs, warnt das BFS. (20 Minuten, Online-Ausgabe, Radio DRS, SF: 30.06.2008; L’ECO: 18.06.2008).

Rauchen macht vergesslich

Raucher werden in der Lebensmitte vergesslich. Dies geht aus einer Studie des staatlichen französischen Instituts für Gesundheit hervor, die kürzlich in einer US-Fachzeitschrift veröffentlicht wurde. Die Forscher untersuchten mehr als 10'000 Londoner Beamte im Alter zwischen 35 und 55 Jahren über einen Zeitraum von drei Jahren. Dabei entdeckten sie klare Zusammenhänge zwischen dem Rauchen und Gedächtnis- sowie Verständnisschwierigkeiten. (sda/ats, Corriere del Ticino, Le Temps: 10.06.2008; 20 Minuten, 20 Minutes, Online-Ausgabe, .ch, St.Galler Tagblatt: 11.06.2008; SonntagsZeitung: 15.06.2008; L’ECO: 18.06.2008; Berner Zeitung: 23.06.2008; Sprechzimmer, Online-Ausgabe: 16.06.2008).

Rauchabstinenz senkt Sterberisiko

Amerikanische Forscher fanden heraus, dass nach 5 Jahren Abstinenz vom Rauchen das Sterberisiko  bei Frauen erheblich gesenkt wird. Nach 20 Jahren Rauch-Abstinenz gleicht sich das Sterberisiko sogar einer Frau an, die nie in ihrem Leben rauchte. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Für die Senkung des Risikos an Lungenkrebs zu erkranken, braucht es eine längere Zeit. (Swisscom, Online-Ausgabe: 03.06.2008).

Hörschäden durch Nikotin

Forscher der Universität Antwerpen befragten über 4'000 Menschen zwischen 53 und 67 Jahren zu ihrer medizinischen Vorgeschichte sowie zum Rauchverhalten und testeten ihr Gehör. Resultat: Je länger die Rauchkarriere andauerte, um so grösser war das Risiko für Hörschäden oder gar Hörverlust. Die Forscher vermuten, dass die durch Rauchen verursachten Durchblutungsstörungen zu Hörstörungen führen. Rauchen erhöht auch das Risiko für chronische Rückenschmerzen. Hier sind die Forscher jedoch vorsichtiger: Ein eindeutiger Zusammenhang sei schwierig zu belegen. Chronische Rückenschmerzen könnten auch die Ursache für das Rauchen sein. (Pressetext Schweiz, Online-Ausgabe: 10.06.2008; News: 11.06.2008; codexflores.ch, Online-Ausgabe: 12.06.2008; Sprechzimmer, Online-Ausgabe: 16.06.2008; l’ECO: 18.06.2008).

Rauchstopp: Gut vorbereitet ist halb gewonnen

Die nationale Rauchstopplinie 0848 000 181 bietet ausführliche Beratungsgespräche an. Raucherinnen und Raucher können herausfinden, welche Methoden sich eignen, um möglichst schnell von der Zigarette loszukommen und das Rauchen aufzugeben. Wer das Rauchen auf eigene Faust aufgeben will, ist mit dem kostenlosen Selbsthilfeprogramm «Ziel Nichtrauchen» gut bedient. Der Einstieg ins Programm erfolgt direkt unter www.zielnichtrauchen.ch. Die Unterlagen können auch bei der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention bezogen werden. (aha!news: 11.06.2008).

Experiment Nichtrauchen 2007/2008 zu Ende

Insgesamt 2’350 Schweizer Schulklassen haben beim Experiment Nichtrauchen 2007/2008 das Ziel erreicht und sind während sechs Monaten rauchfrei geblieben. Der Wettbewerb wird von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit organisiert. Unter den erfolgreichen Klassen wurden 100 Reisegutscheine verlost. Von den 3’641 Klassen, die am Schülerwettbewerb teilgenommen haben, hielten somit 65 Prozent durch – praktisch gleich viel wie in den vergangenen zwei Jahren, teilt die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention mit. Der Wettbewerb richtet sich an Klassen der 6. – 9. Schulstufe. In der ganzen Schweiz erscheinen im Monat Juni zahlreiche Artikel in der Presse, die von Siegerklassen aus ihrer Region berichten. (Urner Wochenblatt: 04.06.2008; Gironale del Popolo: 06.06.2008; la Regione Ticino: 07.06.2008; Aargauer Zeitung, Der Seetaler / Der Lindenberger, Lenzburger Bezirks-Anzeiger: 12.06.2008; Sonntag, Zofinger Tagblatt: 15.06.2008; Rivista di Lugano: 20.06.2008).

Hersteller erhöhen Zigarettenpreise

Die Zigaretten in der Schweiz werden 20 Rappen teuerer. Dies liegt nicht an einer Erhöhung der Tabaksteuer, wie sie der Bundesrat prüfen will, sondern an den teureren Rohstoffen, wie Lars-Olaf Brendel, Sprecher des Markt-Leaders Philip Morris, mitteilte. Der Preisaufschlag wurde per 1. Juni beschlossen und wird in den kommenden Wochen spürbar. (AP, Radio DRS, Radio Top, SF, Tages-Anzeiger, Online-Ausgabe, Tele Züri: 21.06.2008; Le Matin Dimanche, Sonntag, SonntagsZeitung: 22.06.2008; 20 Minuten, 20 Minutes, 24 Heures, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Blick, Le Matin, Le Matin Bleu, Neue Luzerner Zeitung, St.Galler Tagblatt, Teletext Tele Züri, Tribune de Genève: 23.06.2008; Toponline, Online-Ausgabe: 25.06.2008).

Imperial Tobacco streicht 2'440 Stellen

Der viertgrösste Tabakkonzern Imperial Tobacco baut sein Europageschäft um und will dabei 2'440 Stellen streichen. Imperial Tobacco wird sechs seiner 58 Zigaretten- und Zigarrenfabriken schliessen. Mit dem Umbau soll der im vergangenen Jahr übernommene französisch-spanische Konkurrent Altadis integriert werden. Der Konzern erhofft sich bis 2010 jährliche Einsparungen von rund 300 Millionen Euro. Bis 2012 sollen 400 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. (money cab, Online-Ausgabe: 19.06.2008; Basler Zeitung, Cash daily, edicom.ch, Online-Ausgabe, Le Matin, Online-Ausgabe, Radio DRS, Tages-Anzeiger: 20.06.2008).

 

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