Bürgerliche Aktion für Aufhebung der Werbeverbote
Eine neu gegründete «Aktion Medienfreiheit» will mehr Wettbewerb und Meinungsfreiheit in den demokratischen Diskurs bringen. Konkret greifen sie das Revidierte Radio- und Fernsehgesetz (RTVG) an. Die Werbeverbote für Tabak, Alkohol und Politik seien aufzuheben. Der vom Zürcher FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger präsidierten Aktion gehören Nationalratsmitglieder aus FDP, CVP und SVP an. In der Herbstsession werden sie parlamentarische Vorstösse zur Liberalisierung des Medienrechts einreichen. (sda/ats, AP, edicom.ch, Online-Ausgabe, moneycab, Online-Ausgabe, Radio Central, SF: 11.07.2008; Berner Zeitung, Corriere del Ticino, Der Bund, Le Courrier, Le Nouvelliste, L’Express, NZZ, Persoenlich.com, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger: 12.07.2008).
Aargau: Grossratskommission für umfassenden Schutz vor Passivrauchen
Die grossrätliche Kommission Gesundheit und Sozialwesen (GSW) hat die Totalrevision des Gesundheitsgesetzes genehmigt. Der Regierungsrat hat dazu zwei Varianten vorgeschlagen, welche beide ein generelles Rauchverbot in öffentlich zugänglichen Räumen sowie in allen Bereichen der Gastronomie vorsehen. In abgetrennten, genügend belüfteten und besonders gekennzeichneten Räumen darf weiterhin geraucht werden. Variante zwei sieht im Bereich der Gastronomie eine weitere Ausnahme vor: Auf Bewilligung hin soll das Führen von Raucherbetrieben möglich sein, wenn eine räumliche Trennung von Raucher- und Nichtraucherräumen nicht möglich oder zumutbar ist. Beide Vorlagen beinhalten auch ein Abgabeverbot von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sowie Einschränkungen der Tabakwerbung. Die GSW befürwortete das Gesetz und sprach sich beim Schutz vor Passivrauchen für eine restriktive Regelung aus. (Klein Report, Online-Ausgabe, Radio 32, Radio Argovia, Radio DRS, Tele M, wiggertal.ch, Online-Ausgabe: 07.07.2008; 20 Minuten, Aargauer Zeitung, Basler Zeitung, Kanton Aargau, Online-Ausgabe, News, Oltner Tagblatt, persoenlich.com, Sonntag, Online-Ausgabe: 08.07.2008; Basler Zeitung: 22.07.2008; Der Landanzeiger: 24.07.2008).
Baselland: Regierung für Ausnahmen beim Schutz vor Passivrauchen
Die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» geht der Baselbieter Regierung zu weit. Sie will in ihrem Gegenvorschlag bediente Fumoirs zulassen. Die 2007 eingereichte formulierte Gesetzesinitiative will einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen im Gastwirtschaftsgesetz verankern. Das Rauchen wird in der Vorlage ausschliesslich in unbedienten, abgetrennten und separat entlüfteten Raucherräumen zugelassen. Der Regierungsrat unterstützt grundsätzlich die Ziele der Initiative. Er sagt jedoch auch, dass «in kleineren, dörflichen Betrieben ein Bedarf nach bedienten Raucherräumen» bestehe. Der Regierungsrat verweist auf hängige Diskussionen auf eidgenössischer Ebene. Vom Entscheid von National- und Ständerat hänge ab, ob eine kantonale Regelung nötig sei und welcher Spielraum dafür bestehe. (20 Minuten, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Punkt CH, Radio DRS: 02.07.2008).
Basel-Stadt: Komitee gegen Schutz vor Passivrauchen
Das Komitee «Der Basler Weg» bekämpft mit einer Plakataktion die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen der Krebs- und Lungenliga Basel. Am 28. September 2008 wird das Stadt-Basler Stimmvolk über die Vorlage entscheiden, welche einen umfassenden Schutz vor Passivrauchen in öffentlichen Räumen – Gastrobetriebe mit eingeschlossen – fordert. Die Gegner appellieren an die Selbstverantwortung. Sie sind gegen die kantonale Lösung der Lungenliga und für den «gesunden Menschenverstand». Dem Komitee gehören nebst Vertretern des Basler Wirteverbandes auch Politiker wie LDP-Präsdent Christoph Bürgenmeier, SVP-Grossrat Sebastian Frehner und SP-Grossrat Tobit Schäfer an. Mit LDP-Grossrat und Handelskammer-Direktor Andreas Burckhardt, FDP-Nationalrat und Gewerbedirektor Peter Malama und Barbara Gutzwiller-Holliger vom Arbeitgeberverband sind auch wichtige Vertreter der Basler Wirtschaft dabei. (Radio DRS, Tele Basel: 22.07.2008; Basellandschaftliche Zeitung, Baslerstab, Basler Zeitung, Online-Reports, Online-Ausgabe: 23.07.2008; Radio Basilisk: 25.07.2008; Tele Basel: 27.07.2008; Radio DRS: 28.07.2008).
Bern: Bediente Fumoirs in Gaststätten sollen zugelassen werden
Die vorbereitende Kommission des bernischen Grossen Rats hat die Vorlage zum Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen diskutiert und fordert, dass rauchende Gäste in sogenannten Fumoirs bedient werden dürfen. Dies mit dem Argument, Arbeitsrechtliches sei Bundessache. Damit schliesst sich die Kommission der Meinung des Regierungsrats an. Das Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen kommt nun im Herbst zur zweiten Lesung vor den Kantonsrat. (Langenthaler Tagblatt, Radio Capital FM, Radio DRS, Tele Bern: 02.07.2008; 20 Minuten, Berner Zeitung, Der Bund, Journal du Jura, Kanton Bern, Online-Ausgabe, L’Express, Medical Tribune, Online-Ausgabe, Punkt CH: 03.07.2008; Gastro Journal: 10.07.2008; Anzeiger von Saanen: 29.07.2008; Gstaad Life: 31.07.2008).
Genf: Schutz vor Passivrauchen in Kraft
Am 1. Juli 2008 ist im Kanton Genf der Schutz vor Passivrauchen in öffentlichen Räumen in Kraft getreten. Das Gesetz umfasst neben Verwaltungs-, Gerichts- und Schulgebäuden alle Räume im Kanton Genf, die öffentlich zugänglich sind, insbesondere auch alle Gastronomiebetriebe. Im Gegensatz zu anderen Kantonen mit Regelungen zum Schutz vor Passivrauchen bleibt es den Genfer Gastronomen verwehrt, separate Raucherräume – sogenannte Fumoirs – einzurichten.
Erste Beobachtungen bei der Umsetzung berichten vom Aufkommen von «illegalen Terrassen», d.h. Tischen auf Trottoirs. Zudem hätten bereits zehn Prozent der Betreiber von Café-Restaurants Gesuche um eine Vergrösserung ihrer Terrassenfläche eingereicht. Andere Wirte nehmen den Schutz vor Passivrauchen mit Humor, etwa mit der Beschilderung «Terrasse für Nichtraucher verboten». (sda/ats, 20 Minuten, Online-Ausgabe, Basler Zeitung, Online-Ausgabe, Berner Zeitung, Online-Ausgabe, Blick, Online-Ausgabe, Die Südostschweiz, Online-Ausgabe, edicom.ch, Online-Ausgabe, ghi.ch, Online-Ausgabe, Google, Online-Ausgabe, highspeed.ch, Online-Ausgabe, Le Journal du Jura, Online-Ausgabe, Le Nouvelliste, Le Quotidien Jurassien, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, News, Online-Ausgabe, Punkt CH, Online-Ausgabe, Radio Central, Radio DRS, Radio Fréquence Jura, Radio Lac, Radio RSR, restaurant.ch, Online-Ausgabe, Rheintalische Volkszeitung, Online-Ausgabe, romandie news, Online-Ausgabe, RT Neuchâtel, Online-Ausgabe, search.ch, Online-Ausgabe, SF, Sonntags Zeitung, Swisscom, Online-Ausgabe, swissinfo, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Online-Ausgabe, Tribune de Genève, TSI, TSR, Werdenberger & Obertoggenburger, Online-Ausgabe, zisch, Online-Ausgabe: 01.07.2008; 20 minutes, 24 Heures, Le Courrier, Le Matin, Le Matin Bleu, Le Temps, L’illustré, Radio Fréquence Jura, Radio Jura Bernois, Radio Lac, Radio RTN, Tribune de Genève: 02.07.2008; Gastro Journal, Punkt CH: 03.07.2008; Hotel Revue, Le Matin: 10.07.2008; Genève Home Informations, Le Courrier: 17.07.2008; expresso: 22.07.2008; Anzeiger von Wallisellen: 31.07.2008).
Wallis: Strengere Vorschriften für Zigarettenautomaten in Kraft
Am 1. Januar 2006 ist im Kanton Wallis das neue Gesetz über die Gewerbepolizei in Kraft getreten. Dieses verbietet den Verkauf von Tabakwaren mittels Warenautomaten, die nicht unter ständiger Beaufsichtigung sind. Den Betreibern von Zigarettenautomaten wurde eine Übergangsfrist von sechs Monaten gewährt. Diese ist nun abgelaufen. Ab sofort dürfen Zigarettenautomaten nicht mehr an jeder beliebiger Stelle stehen, es sei denn, es handle sich um Automaten mit eingebauter «Kindersicherung», die etwa mit Jetons funktionieren. (Walliser Bote: 01.07.2008).
Zug: Erste Lesung des revidierten Gesundheitsgesetzes
Im Kanton Zug soll das Rauchen in öffentlichen Räumen künftig verboten sein. In baulich abgetrennten und mit einer Lüftung ausgestatteten Lokalen soll es erlaubt bleiben. Das hat das Kantonsparlament in erster Lesung entschieden. Die Einführung einer Bewilligungspflicht für Raucherbetriebe wurde vom Kantonsrat abgelehnt. Mit 38 zu 34 Stimmen wurden Einschränkungen der Tabakwerbung, sofern diese vom öffentlichen Raum aus sichtbar ist, angenommen. Das revidierte Gesundheitsgesetz enthält ausserdem ein Abgabeverbot von Tabakwaren an unter 18-Jährige. Die zweite Lesung findet Ende September statt. Das Regelwerk untersteht dem fakultativen Referendum. (sda/ats, Aargauer Zeitung, Online-Ausgabe, Berner Zeitung, Online-Ausgabe, Blick, Online-Ausgabe, highspeed.ch, Online-Ausgabe, Radio Central, Radio DRS, Radio Sunshine, Swisscom, Online-Ausgabe, Volksblatt, Online-Ausgabe, zio.ch, Online-Ausgabe, zisch, Online-Ausgabe: 03.07.2008; 20 minutes, 24 Heures, Le Matin, Le Temps, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, Neue Luzerner Zeitung, Neue Zuger Zeitung, News, Online-Ausgabe, Radio 24, Radio Sunshine, Sonntag, Online-Ausgabe, Tele Tell, Tribune de Genève: 04.07.2008; Neue Luzerner Zeitung: 05.07.2008; Neue Zuger Zeitung: 10.07.2008; Neue Zuger Zeitung: 19.07.2008; expresso: 22.07.2008).
Zürich: Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauchen
Am 28. September 2008 wird das Zürcher Stimmvolk über die Volksinitiative «Schutz vor Passivrauchen» sowie den Gegenvorschlag des Kantonsrates befinden. Die Initiative «Schutz vor Passivrauchen» will das Rauchen in Gaststätten nur noch in abgetrennten Räumen zulassen. Der Gegenvorschlag des Kantonsrates lässt Ausnahmen bei Kleinbetrieben und Veranstaltungen für Erwachsene in Festzelten zu. (Aargauer Zeitung, Radio DRS, Stadt Zürich, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Zürichsee-Zeitung: 02.07.2008; Aargauer Zeitung, Sonntag, Online-Ausgabe: 03.07.2008; Radio Zürisee: 04.07.2008; NZZ, Radio Munot: 11.07.2008; Tages-Anzeiger: 15.07.2008; Anzeiger von Wallisellen: 31.07.2008).
EU will Tabaksteuer erhöhen
Im Kampf gegen das Rauchen fordert die EU-Kommission eine Erhöhung der Tabaksteuern in Europa. Bis 2014 sollte der Mindestsatz der Verbrauchssteuern auf Zigaretten von 57 Prozent auf 63 Prozent angehoben werden, empfahl EU-Kommissar Laszlo Kovacs. Die Brüsseler Behörde schätzt, dass eine Anhebung des EU-weiten Mindeststeuersatzes den Tabakkonsum binnen fünf Jahren um zehn Prozent reduzieren wird. (Radio DRS, Radio Rete Uno, Swisscom, Online-Ausgabe, Tribune de Genève, Online-Ausgabe: 16.07.2008; 20 minutes, Le Matin Bleu, Neue Luzerner Zeitung, Sprechzimmer, Online-Ausgabe: 17.07.2008).
Deutsches Gericht kippt Rauchverbote in kleinen Kneipen und Diskos
In Berlin und Baden-Württemberg darf bis Ende 2009 in Einraumkneipen wieder geraucht werden. Das deutsche Bundesverfassungsgericht gab am Mittwoch den Klagen von Wirten und Diskotheken-Betreibern statt. Das höchste deutsche Gericht stufte die entsprechenden Regelungen in den Gesetzen zum Schutz vor Passivrauchen als verfassungswidrig ein. Zur Begründung führte das Gericht unter anderem den Grundsatz der Gleichbehandlung an. Die klagenden Gastwirte würden ansonsten ungerecht behandelt, weil sie im Gegensatz zu grösseren Gaststätten keinen abgetrennten Raucherraum einrichten könnten und deshalb erhebliche Umsatzeinbussen erleiden. Laut Urteil müssen die Länder nun bis 2010 eine Neuregelung finden. Dabei müssen sie sich zwischen einem strikten Rauchverbot ohne jegliche Ausnahmen oder einer milderen Regelung entscheiden, die aus Gerechtigkeitsgründen Ausnahmen für Wirte von Einraumkneipen ermöglicht. Formal gilt das Urteil nur für die Länder Baden-Württemberg und Berlin. Trotzdem hat die Entscheidung Signalwirkung für zwölf weitere Bundesländer mit ähnlichen Regelungen. (sda/ats, Kreuzlinger Zeitung, Radio 32, Radio DRS, Radio Rete Uno, SF, Tele M, Tele Züri, Teletext TSI, TSI: 30.07.2008; 20 Minuten, Aargauer Zeitung, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Blick, Bote der Urschweiz, Bündner Tagblatt, Corriere del Ticino, Der Bund, Die Südostschweiz, Le Matin, Le Temps, Neue Luzerner Zeitung, News, Radio DRS, Radio Zürisee, Solothurner Zeitung, Sonntag, Online-Ausgabe, St.Galler Zeitung, Tages-Anzeiger, Tele M, Teletext 3sat, Teletext TSI, Thurgauer Zeitung: 31.07.2008).
Lichtenstein: Schutz vor Passivrauchen in Kraft
Am 1. Juli 2008 ist im Fürstentum Liechtenstein das neue Tabakpräventionsgesetz in Kraft getreten. Im Gesetz enthalten sind Einschränkungen der Tabakwerbung sowie die Regelung zum Schutz vor Passivrauchen in öffentlichen Räumen, darunter Schulareale, Betreuungsstätten für Kinder und Jugendliche sowie die öffentlichen Verkehrsmittel. Für Gaststätten gibt es keine Ausnahmen. Das Rauchen in abgetrennten Räumlichkeiten ist nicht erlaubt. Erste Kontrollen ergaben: Das Tabakpräventionsgesetz greift ohne grössere Schwierigkeiten. (Liechtensteiner Vaterland, Radio Capital FM, volksblatt: 01.07.2008; Adventistischer Pressedienst, Online-Ausgabe, Klein Report, Online-Ausgabe, Medical Tribune, Online-Ausgabe, NZZ: 02.07.2008; Volksblatt: 03.07.2008; Liechtensteiner Vaterland: 10.07.2008; Werdenberger & Obertoggenburger: 10.07.2008; Werdenberger & Obertoggenburger: 11.07.2008; Liechtensteiner Vaterland, Volksblatt: 15.07.2008; Volksblatt: 16.07.2008; Volksblatt: 19.07.2008).
Niederlande: Rauchverbot und Raucherkirche
Am 1. Juli 2008 ist in den Niederlanden die Regelung zum Schutz vor Passivrauchen in öffentlichen Räumen in Kraft getreten. In Gaststätten darf seither nur noch in abgetrennten Räumen geraucht werden. Daraus ergibt sich die Kuriosität, dass man in den Coffeeshops, die vom Rauchverbot ebenfalls betroffen sind, zwar Haschisch rauchen darf, aber keinen Tabak. Weitere Kuriositäten werden auch von Gastwirten vermeldet, die in Ihren Beizen weiterhin Tabak rauchen wollen: Um das geltende Rauchverbot in Gaststätten zu umgehen, will ein Wirt aus Alkmaar aus seiner Gaststätte die «Kirche der Raucher Gottes» machen. Wie die Nachrichtenagentur ANP meldete, soll dort künftig die heilige Dreifaltigkeit «Rauch, Feuer und Asche» angebetet werden. Wer seiner Religionsgemeinschaft beitrete, solle einen Ausweis für Raucherrestaurants bekommen, sagt Wirt Cor Bush. Bereits hätten sich ein Dutzend Kneipen gemeldet, um sich der Raucherkirche anzuschliessen. (sda/ats, 20 Minuten, Online-Ausgabe, Blick, Online-Ausgabe, Radio DRS: 01.07.2008; Basler Zeitung, Zürichsee-Zeitung: 02.07.2008; 24 Heures, La Liberté, Tribune de Genève: 04.07.20080; toppharm.ch, Online-Ausgabe: 07.07.2008; L’Hebdo: 10.07.2008; Le Matin Bleu, Teletext SF: 16.07.2008; 20 Minuten, Die Südostschweiz, Klein Report, l’agefi, Tages-Anzeiger, Teletext TSR: 17.07.2008; expresso, livenet.ch, Online-Ausgabe: 22.07.2008; Gastro Journal, L’Hebdo: 24.07.2008; Reformierte Presse: 25.07.2008).
USA: Tabakprävention auf DVDs
Mit einer Tabakpräventionskampagne wollen sechs grosse Hollywoodstudios vor allem Jugendliche vor den Gefahren des Zigarettenkonsums warnen. Direkt vor dem Hauptfilm werden DVDs, welche vor allem von Jungen konsumiert werden, mit einem kurzen Spot über die Gefahren des Rauchens versehen. Die Initiative, zu der sich Sony Pictures, Universal Studios, Warner Brothers, Paramount Pictures, Walt Disney und 20th Century Fox verpflichtet haben, soll bis Ende 2009 laufen. Die Vereinbarung zur Kampagne kam zustande, nachdem Gruppen aus der Tabakprävention jahrelang Lobbying gegen die Darstellung von Tabakkonsum in Hollywood-Filmen betrieben hatten. (News: 14.07.2008; pressetext: 15.07.2008; Cineman, Online-Ausgabe, persoenlich.com: 16.07.2008; News: 22.07.2008).
Schweizer Jugendliche rauchen und trinken weniger
Laut der europäischen ESPAD-Umfrage 2007, welche die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) bei 7'634 13- bis 16-Jährigen durchgeführt hat, rauchen, kiffen und trinken Schweizer Jugendliche weniger als noch vor vier Jahren. 34,7 Prozent der 16-jährigen Jungen und 28,4 Prozent der gleichaltrigen Mädchen hatten im Monat vor der Umfrage geraucht. Vor vier Jahren waren es noch 38,2 und 37,8 Prozent gewesen. Diese erfreuliche Trendwende sei einerseits auf die vermehrte Prävention oder höhere Preise für Zigaretten zurückzuführen, sagte Gerhard Gmel, Schweizer Projektleiter der Umfrage. Andererseits gebe es Lifestyle-Trends, die sich vom Rauchen abwendeten. Gleichzeitig finde aber eine Polarisierung statt, sagte Gmel mit Blick auf den gestiegenen Konsum harter Drogen. Zwischen einem und drei Prozent der Befragten gaben an, bereits einmal Heroin, Kokain, Crack, LSD oder andere Halluzinogene konsumiert zu haben. Es stelle sich die Frage, ob es sich hier um zunehmende Exzesse einer Randgruppe handle, sagte Gmel weiter. Forschung in diesem Bereich sei unbedingt notwendig, damit unter Umständen der Fokus der Prävention angepasst werden könne. (sda/ats, edicom.ch, Online-Ausgabe, highspeed.ch, Online-Ausgabe, Le Quotidien Jurassien, Online-Ausgabe, nachrichten.ch, Online-Ausgabe, News, Online-Ausgabe, Le Nouvelliste, Online-Ausgabe, presseportal, Online-Ausgabe, Radio 1, Radio Argovia, Radio Central, Radio DRS, Radio NRJ, Radio RSR, Radio Sunshine, Radio Top, Radio Zürisee, Schweizermagazin, Online-Ausgabe, SF, sfa-ispa.ch, Online-Ausgabe, Sonntag, Online-Ausgabe, Sonntags Zeitung, Online-Ausgabe, Swisscom, Online-Ausgabe, Tele Züri, TSR, Werdenberger & Obertoggenburger, Online-Ausgabe, zisch, Online-Ausgabe: 01.07.2008; 20 Minuten, 20 minutes, 24 Heures, Basellandschaftliche Zeitung, Basler Zeitung, Berner Zeitung, Blick, Bündner Tagblatt, Corriere del Ticino, Der Bund, Die Südostschweiz, Freiburger Nachrichten, La Quotidiana, Le Matin Bleu, Le Nouvelliste, Le Temps, Medical Tribune, Online-Ausgabe, L’Express, Neue Luzerner Zeitung, NZZ, Punkt CH, Schaffhauser Nachrichten, Sprechzimmer, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Thurgauer Zeitung, Toponline, Online-Ausgabe, Tribune de Genève, Zürcher Oberländer: 02.07.2008; Rheintalische Volkszeitung, swissinfo, Online-Ausgabe: 03.07.2008; Walliser Bote: 21.07.2008, Anzeiger von Wallisellen: 31.07.2008).
Gene beeinflussen Nikotinabhängigkeit
Es hängt auch von den Genen ab, ob ein jugendlicher Raucher noch als Erwachsener nikotinsüchtig ist oder nicht. Zu diesem Schluss kommen US-Forscher im Journal «PloS Genetics». So haben Menschen mit einer bestimmten Gen-Variante für den Nikotinrezeptor ein deutlich höheres Risiko, später stark nikotinabhängig zu sein – allerdings nur, wenn sie bereits vor ihrem 17. Geburtstag begonnen haben, täglich zu rauchen. Diese Menschen haben es laut der Studie häufig auch viel schwerer, mit dem Rauchen aufzuhören und sprechen schlechter auf Entwöhnungsprogramme an. (Baslerstab, Berner Zeitung, Online-Ausgabe, Die Südostschweiz, Swisscom, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger: 11.07.2008; St.Galler Tagblatt: 12.07.2008; Health on the net, Online-Ausgabe: 17.07.2008).
Tabakprävention: 500 Millionen von Gates und Bloomberg
Die US-Milliardäre Bill Gates und Michael Bloomberg wollen eine weltweite Tabakpräventionskampagne mit 500 Millionen Dollar unterstützen. Dies gaben der Microsoft-Mitbegründer Gates und New Yorks Bürgermeister Bloomberg bekannt. Die Gelder sollen in den kommenden fünf Jahren in eine im Februar ins Leben gerufene Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Gruppen fliessen. Die Kampagne zielt vor allem auf die Länder mit den meisten Rauchern, wie China, Indien, Indonesien, Bangladesch und Russland. Nach Schätzungen der WHO könnten in diesem Jahrhundert eine Milliarde Menschen an den Folgen des Rauchens sterben. Bloomberg ist seit Jahren als Vorkämpfer gegen den Tabakrauch aktiv. Mit einer drastischen Anhebung der Verbrauchssteuern auf Tabak und der Einführung eines absoluten Rauchverbots für praktisch alle New Yorker Gebäude ausser Privatwohnungen konnte die Zahl der Raucher in der Millionenmetropole drastisch gesenkt werden. (sda/ats: 23.07.2008; International Herald Tribune, Klein Report, Online-Ausgabe, Le Temps, Medical Tribune, Online-Ausgabe, News, Presseportal: 24.07.2008; Die Südostschweiz: 25.07.2008; IT Reseller, Online-Ausgabe, toppharm.ch, Online-Ausgabe: 26.07.2008; Sonntags Zeitung: 27.07.2008; Basler Zeitung: 29.07.2008).
Gewinner des Rauchstopp-Wettbewerbs zum Welttag ohne Tabak
Der Rauchstopp-Wettbewerb zum Welttag ohne Tabak – ein Projekt des Nationalen Rauchstopp-Programms, getragen von der Krebsliga Schweiz, der Schweizerischen Herzstiftung und der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz – ist zu Ende gegangen. In zahlreichen Berichten werden auf regionaler Ebene einzelne Gewinner vorgestellt. (Tribune de Genève, Walliser Bote: 08.07.2008; Thuner Tagblatt: 09.07.2008; La Liberté: 12.07.2008, Freiburger Nachrichten: 14.07.2008; St.Galler Tagblatt, Online-Ausgabe, Wiler Zeitung: 15.07.2008; L’Express: 18.07.2008; Biel Bienne: 23.07.2008).
Werbewirtschaft: Höchstwerte trotz Turbulenzen
Die Werbestatistik Schweiz weist für 2007 zum vierten Mal in Folge höhere Nettoumsätze auf. Insgesamt wurden knapp 5,9 Milliarden Franken in die kommerzielle Kommunikation investiert. Das ist der höchste Wert, den die Werbestatistik Schweiz seit ihrer Gründung im Jahre 1982 ausweist. Verglichen mit damals (2,8 Milliarden Franken) bedeutet dies mehr als eine Verdoppelung. Nach wie vor die Nummer eins im Schweizer Mediamarkt ist die Presse. Auch das Fernsehen erlebt eine stetige Steigerung. Eher im Retourgang befinden sich dagegen die anderen elektronischen Medien Radio, Kino, Teletext. Nach 7,2 Prozent im Jahr 2006 macht die Tabakwerbung in den Kinos 2007 nur noch 1,8 Prozent aus. Nach wie vor populär ist in der Schweiz die Plakatwerbung, obschon gerade diese Sparte am meisten von Werbeverboten für Tabak und Alkohol betroffen ist. Umso bemerkenswerter ist die Tatsache, dass die Aussenwerbung mit 663 Millionen Franken noch vor den elektronischen Medien an zweiter Stelle zu finden ist. (Cash, Online-Ausgabe, moneycab, Online-Ausgabe, swissquote: 21.07.2008; Handelszeitung: 30.07.2008).
Schlechtes Jahr für Schweizer Tabakpflanzer
«Es war das launenhafteste Jahr seit zehn Jahren», erklärte Hervé Stucki, Präsident des Produzentenverbandes Swiss Tabac, an der Verbandsversammlung Ende Juni in Aigle. Eine schwache Ernte, viel Sortieraufwand und ein tiefer Tabakpreis machten den Produzenten zu schaffen, wie die Westschweizer Agentur Agir schreibt. Ein Hagelzug am 21. Juni 2007 hatte dazu geführt, dass ein beträchtlicher Teil der Tabakpflanzen beschädigt wurden und dass statt der erwarteten 1'100 Tonnen nur 870 Tonnen geerntet wurden. Um für die Zukunft der Pflanzer neue Wege aufzuzeigen, werden bei vier Pflanzern in verschiedenen Regionen Versuche mit der Sorte Burley durchgeführt, bei denen nicht nur Blätter, sondern die ganzen Pflanzen geerntet werden. Dadurch soll der Arbeitsaufwand wesentlich vermindert werden. (agrigate.ch, Online-Ausgabe, landwirtschaft.ch, Online-Ausgabe, Bauernverband, Online-Ausgabe: 01.07.2008; La Broye: 03.07.2008; 24 Heures: 09.07.2008; Schweizer Bauer: 23.07.2008).
Zigarettenschmuggel: Kanadische Tabakkonzerne müssen zahlen
Wegen Zigarettenschmuggels müssen zwei der grössten kanadischen Tabakkonzerne eine Rekordstrafe von 1,15 Milliarden kanadischen Dollar zahlen. Der kanadische Ableger des britischen Konzerns Imperial Tobacco und das Unternehmen Rothmans Benson and Hedges bekannten sich nach Polizeiangaben in Montreal und Toronto schuldig. Die Konzerne räumten ein, am Schmuggel von nicht ordnungsgemäss verpackten und gekennzeichneten Zigaretten beteiligt gewesen zu sein. Dem Urteil waren mehr als achtjährige Ermittlungen vorangegangen. Imperial Tobacco muss den Angaben zufolge 200 Millionen Dollar zahlen. Benson and Hedges 100 Millionen. Ausserdem erklärten die Firmen sich bereit, über 15 Jahre 400 beziehungsweise 450 Millionen Dollar an die kanadischen Behörden zu zahlen, um zivilrechtliche Ansprüche abzudecken. Die Unternehmen waren angeklagt, zwischen 1989 und 1994 in Kanada produzierte Zigaretten in die USA exportiert zu haben. Von dort aus seien die Zigaretten von Schmugglern und Schwarzmarkthändlern zurück nach Kanada gebracht und verkauft worden, ohne die üblichen Abgaben und Steuern zu zahlen. (Le Courrier: 22.07.2008; 20 Minuten, Online-Ausgabe, Aargauer Zeitung, Online-Ausgabe, Berner Zeitung, Online-Ausgabe, Blick, Online-Ausgabe, Die Südostschweiz, Online-Ausgabe, NZZ, Online-Ausgabe, Punkt CH, Online-Ausgabe, Tages-Anzeiger, Online-Ausgabe: 31.07.2008).

