Diese Studie lässt aufhorchen: Seit der Einführung des Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden ist die Zahl der Herzinfarkte in Graubünden um gut einen Fünftel zurückgegangen - vor allem bei Nichtrauchern.
Seit dem 1. März 2008 darf im Kanton Graubünden in öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden. Ein Team am Kantonsspital Graubünden unter der Leitung des Kardiologen Piero Bonetti hat nun untersucht, wie sich dieses Verbot auf die Häufigkeit von Herzinfarkten im Kanton ausgewirkt hat.
In den zwei Jahren vor der Einführung des Rauchverbots traten im Kanton 229 respektive 242 Herzinfarkte auf. Im ersten Jahr nach Einführung des Rauchverbots sank die Zahl der Herzinfarkte auf 183, was im Vergleich zu den zwei Vorjahren einer Abnahme von 22 Prozent entspricht. Diese Abnahme ist laut Bonetti in erster Linie durch eine Verminderung der Herzinfarkte bei Nichtrauchern bedingt gewesen.
Erste Studie in der Schweiz
Am ausgeprägtesten war die Abnahme der Herzinfarkthäufigkeit bei Personen, bei denen bereits zuvor eine koronare Herzkrankheit bekannt war. Von diesen erlitten nur noch halb so viele einen Herzinfarkt wie vor dem Rauchverbot. Insgesamt ging die Zahl der Infarkte nicht nur bei den im Kanton wohnhaften Menschen um einen Viertel zurück, sondern auch bei den Feriengästen um 21 Prozent. Die Zahl der Herzinfarkte bei Männern verringerte sich um 24 Prozent, jene bei Frauen um 17 Prozent. Nach wie vor erlitten Männer aber deutlich häufiger einen Infarkt als Frauen.
Dass die Einführung eines Rauchverbots in öffentlichen Gebäuden mit einer Verminderung des Herzinfarktrisikos einhergeht, wurde bereits in Untersuchungen in verschiedenen Ländern gezeigt. Erstmals konnte jetzt auch in der Schweiz ein signifikanter Rückgang nach der Einführung eines Rauchverbots dokumentiert werden.
Quelle: www.20min.ch

